Hamburg, 07. Dezember 2025 – Alle Jahre wieder, kommt der St. Pauli X-Mass Run, ins Millerntor-Stadion zurück, wo wir Laufverrückte bunt geschmückt und frierend, auf die 5-Kilometer-Strecke geh’n.
Die Vorbereitung
Der Spruch „Never stop a running system“ passte diesmal perfekt zu meiner Vorbereitung. Wie immer, wenn der Winter kommt, es früh dunkel wird und kalt ist, minimiert sich meine Anzahl der gelaufenen Kilometer. Und dann steht im Dezember plötzlich der Xmass Run an. Meine Panik steigt. Aber das Gute an diesem Lauf ist: Die Leistung wird nicht prämiert, sondern die besten Kostüme. Aber auch da erledigten wir – meine (Ex-)Kollegin und ich – wie immer, alles auf den letzten Drücker.
Der Lauf
Dieses Jahr war alles ein bisschen anders. Der Papa war unterwegs, also kamen die Großeltern, um auf das Kind aufzupassen. Unser aller Zeitmanagement war allerdings knapp, daher ging es direkt von der Taschenabgabe an die Startlinie, kurze Fotosession und schon ertönte der Startschuss.


Der Mob zog los Richtung Spielfeld. „Hells Bells“ dröhnte aus den Lautsprechern, wir liefen durch den dunklen Tunnel aufs hell erleuchtete Spielfeld zu (der Rasen durfte nicht betreten werden, die mobile Rasenheizung und UV-Leuchten erhellten ihn – Nichts mit Engelgesang und Glöckchen klimpern) – und schon ging der Lauf offiziell los.
Für die Leistungsorientierten: Die Zeitmessung beginnt erst im Stadion, damit wir unseren Einlauf zelebrieren können und niemand meckern muss, dass es so langsam vorangeht.
Nach kürzester Zeit hatte ich wieder Seitenstechen und einen hohen Puls, aber Schwäche zeigen war keine Option – ich war ja nicht alleine unterwegs. Wir fanden irgendwann einen Mann im Renntierkostüm, der eine gute Pace lief, und hingen uns dran – das hatte letztes Jahr schon gut funktioniert. Es ging durch den Planten un Blomen, irgendwann war unser Renntier-Mann weg, aber das Ziel zum Greifen nah. Euphorisch packte mich der Ehrgeiz, aber erstmal gings einen Schritt zur Seite: Der Erste des Startblocks nach uns überholte uns! Wayne – das war die letzten Jahre auch schon so.
„Jetzt ziehst du aber nochmal an!“, rief meine Laufpartnerin mir zu. In Wahrheit hatte aber sie angezogen. Ich hatte 180er Puls – was soll ich da noch anziehen?
Die letzten zwei Kurven, und schon waren wir zurück im Stadion. Garmin aus, Medaille um den Hals, Wasser für den Körper, Spekulatius für die Seele.
Irgendwann dann: „Welche Zeit sind wir eigentlich gelaufen?“ 00:36:21 ist unsere offizielle Zeit. Damit waren wir eine Minute schneller als im Jahr zuvor. Nicht schlecht.

Die Nachbereitung
Wir sammelten das Kind samt Großeltern ein und gingen zum Schnitzelessen. „Never stop a running system.“ Auch das machen wir immer.
Fakten
- Distanz: 5 Kilometer
- Zeit: 00:36:21
- Pace: 07:16min/km
- Platzierung (Geschlecht): 1721 von 2266
- Platzierung (Altersklasse): 232 von 294

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