Hamburg, 06. April 2026 – Während die Kinder ihren Schokoladeneiern und -hasen hinterherjagten, lief ich meiner Osterhasen-Medaille entgegen. Mein Ziel: 10 Kilometer in 01:14:30. Dazwischen standen nur noch meine Beine, meine Kondition – und mein Wille.
Die Vorbereitung
Die Vorbereitungen für einen Lauf beginnen meistens schon zwei Tage vorher: Es wird vermehrt auf Carb-Loading und Hydration geachtet. Ersteres läuft bei mir wie am Schnürchen, zweiteres ist nicht ganz mein Steckenpferd. Vor allem sind wir am Vortag des Laufes aus Berlin zurückgefahren, und ich kann mir Besseres vorstellen, als die ganze Zeit im ICE zum Klo zu rennen. Dafür gab es dieses Mal zwei Tage vorher eine Massage. Das könnte ich mir auch als Standard-Vorbereitung für einen Lauf gut vorstellen!
Ich war ready: lockere Beine, genügend gefuttert, Hydration mittelmäßig, aber vertretbar.
Der Lauf
Teile der Strecke waren identisch mit einem meiner üblichen Trainingsläufe – dachte ich. Es wurde jedoch in die andere Richtung gelaufen. Mein seufzender Gedanke: „Dann darf ich diese lange, stetige Steigung hochkraxeln. Menno!“ – und das viermal! Bei der Strecke handelte es sich um einen Rundkurs von 2,5 Kilometern pro Runde, den man bis zu viermal absolvieren durfte. Am Ende sollten also 10 Kilometer zusammenkommen.
Ich kam kurz vor knapp an, holte meine Startnummer, wechselte meine Schuhe, gab meine Tasche ab und ging dann noch einmal kurz aufs stille Örtchen. Dann stand ich auch schon im Startblock.

Meine Strategie: Ich würde im negativen Split laufen. Das heißt, ich beginne langsam und werde von Kilometer zu Kilometer beziehungsweise von Runde zu Runde schneller. Dafür hatte ich mir sogar eine „PacePro-Strategie“ auf die Uhr geladen – um mich dann exakt 0,0 daran zu halten. Selbst mein „Ich starte langsam“ hat nicht funktioniert, und so lief ich einfach los. In der dritten Runde merkte ich es dann deutlich. Es war schwer, den Kopf bei Laune zu halten und durchzuziehen, aber irgendwie habe ich es geschafft.

Ich habe es sogar geschafft, eine neue Bestzeit zu laufen – und das weit unter meiner angepeilten 01:14:30 Ich habe eine offizielle Nettozeit von 01:09:53! Yeah!
Die Nachbereitung

Trotz meiner guten Zeit war das Finisher-Buffet schon reichlich geplündert, aber drei Becher Wasser gönnte ich mir, ehe es zu meiner kleinen Cheering Crew ging. Die Medaille wurde bestaunt und als „knuffig“ betitelt (eventuell habe ich mich auch genau deswegen angemeldet …). Ich holte mir noch meine Urkunde ab, und dann ging es erst einmal unter die Dusche und anschließend zum Dönermann des Vertrauens meines Schwiegervaters. Von meinem Dönerteller habe ich nicht viel abbekommen, weil ein kleiner Räuber neben mir saß. Deswegen holte ich mir noch ein Stück Kuchen beim Bäcker.
Bisschen stolz bin ich schon, aber nochmal muss ich es in nächster Zeit nicht machen!
Die Fakten
- Distanz: 10 Kilometer
- Zeit: 01:09:53
- Pace: 06:59 min/km
- Platzierung (Geschlecht): 146 von 156
- Platzierung (Altersklasse): 15 von 18

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