Ich war dabei: 24. Suzuki World Triathlon Hamburg

Hamburg, 11. Juli 2026 – Die Triathlon-Welt blickte an diesem Wochenende auf die Hansestadt Hamburg. Beim 24. Suzuki World Triathlon gingen am Samstag die Age-Grouper auf der Sprintdistanz (500 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen) an den Start, bevor mittags die Elite folgte.

Genug Vorgeplänkel. Denn diesmal geht es um meinen Start auf der Sprintdistanz.

Die Vorbereitung

Beim zweiten Triathlon packt man deutlich entspannter als beim ersten. Die Erfahrung – kann man das nach nur einem Triathlon schon sagen? – zeigte mir zumindest, was ich wirklich brauche.

Kontrolliert habe ich trotzdem alles fünfmal.
Sicher war ich mir trotzdem nicht.

Immerhin liefen Kohlenhydrat- und Wasserzufuhr in den Tagen davor deutlich besser als meine Vorbereitung. Meine Learnings aus dem ersten Triathlon fanden nämlich kaum den Weg ins Training. Gekoppelt habe ich genau einmal.

Dass mein mulmiges Gefühl zu einem guten Teil aus Schiss bestand, überraschte mich also wenig.

Doch bevor der Wettkampf überhaupt losging, wartete schon die erste Überraschung: Ein Platten am Hinterrad. Das glaubt man kaum. Und dann auch noch am Hinterreifen. Den zu wechseln ist für mich immer ein Kampf gegen Goliath. Deswegen beschloss ich die Rad-Werkstatt in der Wechselzone aufzusuchen. Die Jungs zogen mir schnell und unkompliziert einen neuen Schlauch rein.

Dann begann schon der Aufbau meiner Wechselzone.
… überall das Geschnatter: „Darf man im Neo schwimmen?“, das Klackern der Freiläufe und angespannte Gesichter. Dann ging es schon langsam in Richtung Schwimmstart. Um 07:50 Uhr war meine Startzeit.

Das Schwimmen

Die 500 Meter wurden in der Binnenalster geschwommen. Mit der Hamburger Skyline klingt das romantisch. Ein Blick ins Wasser offenbarte allerdings eher einen grünlichen Schimmer und reichlich Gänseschiss. Romantik ist eben Ansichtssache.

Während viele Athleten in die Alster sprangen, nahm ich lieber die Leiter. Das Wasser war mit 19 Grad völlig in Ordnung und der Start erstaunlich entspannt. Ich bekam deutlich weniger Arme und Beine ab als erwartet.

Nur ich selbst machte mir das Leben schwer.

Ich habe im Freiwasser einfach Angst. Dadurch sitzt ständig Druck auf der Brust und ich schwimme fast ausschließlich mit dem Kopf über Wasser. Das macht den Druck auf der Brust nicht gerade besser, verspannt den Nacken, macht die Wasserlage kaputt und geht auf die Beine. Schön ist anders.

Nach 16:08 Minuten war das Drama aber vorbei.

Die erste Wechselzone

Die Hamburger Wechselzone ist gefühlt endlos. Das kam mir erstmal sogar entgegen, denn ich wollte nach dem Schwimmen erst einmal meinen Puls wieder einsammeln.

Erfreulich war vor allem, dass meine Beine nach dem Schwimmen längst nicht so schwer waren wie bei meinem ersten Triathlon.

Meine Wechselzone war vorbereitet wie ein kleines Wohnzimmer. Alles lag griffbereit, die Socken waren aufgerollt – danke für den Tipp, bullion! Und in Nu war ich auf dem Weg zum Wechselzonen-Ausgang – irgendwo, ganz da hinten.

Nach 08:33 Minuten erreichte ich das Ende der Wechselzone und sprang auf mein Fahrrad.

Das Radfahren

Das Radfahren lief richtig gut. An der Speicherstadt gab es zwar etwas Gegenwind, ansonsten rollte es sich hervorragend.

Eigentlich wollte ich mich auf den letzten fünf Kilometern verpflegen. Dann erinnerte ich mich an den Satz: „Viele Age-Grouper zerschießen sich beim Radfahren.“ Dann zeigte mir meine Garmin plötzlich 30 km/h an und ich fragte mich kurz, ob ich genau das gerade tat.

Also nahm ich etwas Tempo raus und verschob Essen und Trinken in die zweite Wechselzone. Klingt erst einmal unlogisch. Schließlich kostet ein längerer Wechsel Zeit. Aber hätte ich mich auf dem Rad verpflegt, wäre ich vermutlich erst schneller gefahren, um Zeit gutzumachen, und hätte anschließend beim Essen rollen lassen. So blieb ich lieber konstant.

Nach 43:01 Minuten war Schluss mit Radfahren.

Die zweite Wechselzone

Erst einmal sortierte ich meine Gräten.

Dann gab es ein Stück Laugenbrezel – die hatte schon morgens gute Dienste geleistet –, ein Gel und etwas zu trinken. Mehr war dort auch nicht zu tun, ich musste nur das Rad einhängen, Helm absetzen, Schuhe wechseln.

Das „Nur“ dauerte 07:32 Minuten.

Das Laufen

Mein erster Gedanke:
„Verdammt, das wird hart.“

Der zweite:
„Moment … gar nicht so schlimm wie letztes Jahr.“

Ich trabte los und fühlte mich erstaunlich gut. Meine Garmin behauptete, ich würde eine 7:00er-Pace laufen.
Einer von uns beiden log.

Die Strecke ist flach und abwechslungsreich genug, damit keine Langeweile aufkommt. Asphalt, Schotter und viel Unterstützung an der Strecke. Ich lief die komplette Strecke durch. Nur an der Verpflegungsstation ging ich kurz, um Wasser und Iso zu trinken. Das war ein riesiger Unterschied zu meinem ersten Triathlon.

Erst auf dem letzten Kilometer machte mir die Sonne richtig zu schaffen. Da war ich über meine frühe Startzeit mehr als froh.

Kurz darauf lag der blaue Teppich vor mir.
Nach 01:51:07 Stunden war ich im Ziel.

Die Nachbereitung

Der Zieleinlauf selbst ist erstaunlich unspektakulär: Medaille bekommen und weiterlaufen.

Ein Stück weiter wartete ein Teil meiner Cheering Crew mit einem aufblasbaren Pokal. Danach ließ ich meine Medaille gravieren, wir machten Fotos, tranken etwas und feuerten gemeinsam den restlichen Vormittag weitere Athleten an, bis ich gegen 12:30 Uhr mein Rad abholte.

Nur das leckere Essen, das es sonst nach dem Wettkampf gibt, fehlte diesmal leider.

Ja, ich war knapp drei Minuten langsamer als bei meinem ersten Triathlon. Trotzdem fühlt sich dieses Rennen wie ein Fortschritt an. Ich schwamm trotz meiner Angst schneller, fuhr schneller Rad und lief fast fünf Minuten schneller als im Vorjahr. Vor allem aber musste ich körperlich längst nicht so kämpfen wie beim ersten Mal. Manchmal erzählt eben nicht die Gesamtzeit die ganze Geschichte.

Fakten

  • Distanz: 500m schwimmen, 20km Fahrrad fahren, 5km laufen
  • Zeit: 00:16:08, 00:43:01, 00:35:53
  • Zeit (Gesamt): 01:51:07
  • Pace: 03:13min/100m, 28,4kmh, 06:46min/km
  • Platzierung (Geschlecht): 1024 von 1490
  • Platzierung (Altersklasse): 110 von 166
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