KW02-2021

Essensplan | Ich hab ein Problem mit Essen.

Im Grunde ist es ja nicht einmal ein Problem, sondern mehrere und bei meinen Überlegungen, wie ich diese ganzen kleinen, banalen Problemchen wegbekomme, landete ich am Ende immer bei: „Du solltest einen Essensplan machen!“

Ja, okay! Dann mach ich das mal.

Ich fing an zu überlegen, studierte den Saisonkalender, notierte wie blöde Zutaten und googelte das durchschnittliche Gewicht einzelner Gemüsearten, wodurch ich die ein oder andere Idee auch verwarf, aber am Ende kamen fünf Gerichte bei rum, bei denen ich dachte, alles beachtet zu haben und alle Problemchen damit geklärt zu haben.

Ich präsentiere:

  • Steckrübeneintopf mit Kohlwurst
  • Steckrübenrösti mit Quark
  • Kürbis-Pasta
  • Kürbis-Nudel-Auflauf
  • Ofengemüse

Die kalte Jahreszeit bietet eine nicht allzu große Auswahl an regionalem Gemüse: Es kann sich an Kohl und Kartoffeln tot gefuttert werden. Aber ich hatte ehrlich gesagt keine Lust auf zu viel Kohl – Ja doch, eigentlich schon, aber ich hatte keine Lust auf das Poltern im Bauch und das Gequake des Kindes. So landete ich am Ende bei der Steckrübe – denn auch Wurzeln und andere Knollen gibt es noch aus der Region – und dem Kürbis. Kürbis ist eh etwas, was ich viel zu selten esse. Dabei kann der so gut sein! Im Oktober wurde mir eine Kürbiscreme-Suppe serviert, die war so so so lecker; diese feine nussige Nuance, diese Cremigkeit… Ich schweife ab.

Also zurück zum eigentlichen Thema: Bei einer ganzen Steckrübe und einem ganzen Kürbis, sowie die beiden im Supermarkt rum kugeln, kommt am Ende so circa je 1kg verwendbares Material rum. Bei einem Steckrübeneintopf sind das dann locker über 4 Portionen – wahrscheinlich eher so 6 bis 8 Portionen. Der Mann und ich hätten also die ganze Woche Steckrübeneintopf essen können, bis er uns zu den Ohren rausgekommen wäre. Und uns kommt sehr schnell das „immer gleiche Essen“ zu den Ohren raus. Hätte ich das also so gemacht, hätten wir viel von dem Eintopf weggeschmissen und letzten Endes Essen bestellt. Das galt es zu vermeiden. Also kam die halbe Steckrübe in den Eintopf und die andere Hälfte wurde geraspelt und zu Röstis ausgebraten. Bei dem Kürbis das Gleiche. Die eine Hälfte wurde zu einer Sauce für die Pasta und den Auflauf verarbeitet und der Rest landete im Ofengemüse. Das Ofengemüse sollte es am Ende der Woche geben. Denn es eignete sich super, um alle Reste loszuwerden – wie zum Beispiel auch übrig gebliebenen Quark von den Röstis. Der passte nämlich auch super zu Ofengemüse. So hatte ich am Ende einen leeren Kühlschrank, einen leeren Mülleimer und zwei satte Mägen.

Das ist der Weg. Das war mein Plan.
Den ich sogar umsetzte.

Nach der Woche lagen nur noch zwei Knollen Rote Bete im Kühlschrank. Die waren fürs Ofengemüse und wurden von mir knallhart vergessen. Ich kann also folgendes Fazit ziehen:

Ja, ein Essensplan ist die Lösung.

Für den Einkauf zahlte ich circa 30 Euro. Wobei ich da sagen muss, ich musste Nudeln, Hilfsmitteln wie Wein, Brühe und Gewürze nicht kaufen. Das hatten wir alles schon zu Hause. Doch für gewöhnlich gebe ich in der Woche mehr aus, aber durch den Plan kaufte ich nur die Mengen ein, die ich auch benötigte. Daraus ergibt sich natürlich auch, dass ich nichts wegwarf, was ich nicht wegwerfen musste. Beim Steckrübeneintopf kamen zwar doch mehr als zwei Portionen raus, aber überzähligen Portionen landeten im Gefrierschrank.

Steckrübeneintopf mit Kohlwurst
Steckrübenrösti mit Quark

Dass die Gerichte nur für einen Tag berechnet waren, war wirklich clever, denn die Kürbispasta und der Auflauf waren so überhaupt nicht der Burner. Ich glaub, der Mann aß seine Portion Pasta nur aus Angst Höflichkeit auf. Beim Auflauf nahm er meinen Zorn in Kauf und schmierte sich lieber paar Brote, als er hörte, dass der Auflauf auf der gleichen Grundsauce wie die Kürbispasta basierte (wir erzählen ihm jetzt nicht, dass seine Entscheidung die wohl klügere war, ok abgemacht?). Die Röstis waren ok. Am besten fanden wir den Eintopf und das Ofengemüse. An den restlichen Tagen gabs klassisch Brot mit Aufschnitt. Das geht komischerweise immer.

Es war ja alles irgendwie kalkuliert. Es war berechnet, dass nix übrig blieb und es war auch berechnet davon satt zu werden. Mein überdehnter Magen lacht zwar immer noch über die Portionsgrößen, nahm es aber hin und belohnte mich mit keiner Zunahme (Strittiges Thema im Hause Mö-Spo: „Du nimmst nur ab/nimmst nicht zu, weil du stillst! Mimimimimimi“ (In Wirklichkeit habe ich einfach keine Zeit zum Essen, weil ich wie ein Helikopter ums Kind kreisen muss)).

Ich muss aber gestehen: Fünf Gerichte sind etwas viel in Bezug auf Motivation diese auch zu kochen. Für spätere Essenspläne nehme ich mir vor nur drei Gerichte zu planen. Aber letztendlich lief das doch alles ganz super! Und weil das so gut lief, wurde die Idee gleich torpediert: Der Mann kam mit zwei Rabattcodes für HelloFresh-Kochboxen um die Ecke.

Schlusswort | Na, kommt ihr drauf welche fünf Banalitäten ich mit dem Essensplan in den Griff kriegen möchte?
Dann ab damit in die Kommentare!
Haha, was für eine schlechte Aufforderung um zu kommentieren…

2 Kommentare

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