Kategorie: Logbuch

Triathlon-Logbuch: Juni 2026

Ich habe Schiss.

In ein paar Tagen stehe ich an der Startlinie meines diesjährigen Triathlons. Und ich fühle mich richtig schlecht vorbereitet.

Statistisch gesehen bin ich das wahrscheinlich auch. Ich war kaum schwimmen, kaum Rad fahren. Nur gelaufen bin ich. Aber durchs Laufen allein finisht man keinen Triathlon.

Jeder normale Mensch würde sich jetzt dahinterklemmen und wie blöde versuchen, den Trainingsrückstand aufzuholen.

Ich aber nicht.

Ich verkrieche mich und lasse sogar Laufeinheiten ausfallen. Passende Ausreden fallen mir auch immer ein: zu müde, Kopfschmerzen, der Hals kratzt, zu wenig Zeit.

Ich gehe inzwischen davon aus, meine angepeilte Zielzeit nicht zu schaffen. Manchmal zweifle ich sogar daran, überhaupt über die Ziellinie zu kommen.

Und jetzt kommt der Twist:

Immer wenn mir dieser Gedanke kommt, winke ich gleichzeitig ab und höre mich sagen: „Ach, papperlapapp. Letztes Jahr hast du es doch auch geschafft.“

Sehr überheblich.
Sehr widersprüchlich.
Und ehrlich gesagt ziemlich verwirrend.

Einerseits bin ich überzeugt, dass ich schlecht vorbereitet bin. Andererseits tue ich so, als wäre das alles überhaupt kein Problem. Ich kann mir diese beiden Gedanken nicht erklären. Sie passen nicht zusammen. Trotzdem sind beide gleichzeitig da.

Panisch werde ich jetzt aber auch nicht.

Die neue Bestzeit verschiebe ich einfach aufs nächste Mal und versuche, aus den verbleibenden Trainingstagen noch das Beste herauszuholen.

Und dann schauen wir mal, was am Ende dabei rauskommt.

Weiterlesen

T-1445 Tage: Um drei Uhr morgens

Diese Woche bin ich um 02:30 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen.

Nach einer halben Stunde Herumwälzen beschloss ich, den Tag einfach zu beginnen und laufen zu gehen. Da zeichnete sich allerdings ein Problem in meinem Kopf ab: „Um diese Uhrzeit kannst du doch nicht im Park laufen gehen. Viel zu gefährlich!“

Okay. Ich war maximal verwirrt.

Normalerweise laufe ich um 5 Uhr morgens durch den Park – sogar an Tagen, an denen wenige Kilometer entfernt ein Wolf in der Alster planscht. Er hätte schließlich auch in den Park kommen können! Das ist meine übliche Runde. Und das war für mich noch nie ein Problem.

Aber zwei Stunden früher am Tag mache ich mir plötzlich die Hose voll?

Vielleicht hatte ich Bedenken, dass Betrunkene meinen Weg kreuzen. Immerhin torkeln die eher um 3 Uhr nach Hause als um 5 Uhr. Um 5 Uhr sind die meisten wahrscheinlich längst im Bett und schlummern.

Verstärkt wurde das Ganze vermutlich durch die Zeitungsberichte der letzten Jahre, in denen immer mal wieder von Übergriffen im Park die Rede war. Dazu kommen Berichte über Urteile, bei denen man sich mitunter denkt: Gerecht ist das nicht.

Vielleicht war es das.

Aber es änderte nichts an meiner Unsicherheit.

Also änderte ich meine Strecke.

Statt durch den Park lief ich an den Straßen entlang. Mein hochprofessioneller Sicherheitsplan lautete: „Falls etwas passiert, laufe ich einfach auf die Straße. Dann sieht mich jemand.“

Rückblickend weiß ich nicht, ob das ein besonders ausgeklügeltes Konzept war.

Aber es reichte offenbar, um mich beruhigt loslaufen zu lassen.

Passiert ist nichts.

Aber es macht mich traurig, dass ich überhaupt solche Gedanken habe.

Eigentlich wollte ich nur laufen gehen.

Heute sitze ich um drei Uhr morgens in meiner Wohnung und entwickle Sicherheitskonzepte für eine Joggingrunde.

Vielleicht ist die Welt gefährlicher geworden. Vielleicht bekomme ich einfach mehr davon mit.

Ich weiß es nicht.

Weiterlesen