Tagebuch: Samstag, 03. Februar 2018 – Beständige Unzufriedenheit

Geklaut von Jenny

Mein Samstag war geprägt von Gedanken, die geleitet von meiner beständigen Unzufriedenheit waren, wodurch meine Entscheidungen stets unbeständig sind. Dieser Zustand macht mich kirre im Kopf.

Vielleicht ist das auch dieser komische Perfektionismus, von dem immer alle reden.

Ich habe am Samstag tapeziert. Ich begann um 07:00 Uhr morgens die Tapete von der Wand zu nehmen, vier Stunden später kam der Tiefengrund drauf, noch mal sechs Stunden später, kam die Tapete an die Wand. Es waren 6,5 Bahnen, die ich neu machte.

Und natürlich machte ich einen Anfängerfehler: Ich kleisterte alle Bahnen auf einmal an, sodass die letzten Bahnen deutlich länger als 15 Minuten weichten. Ich glaube dadurch, verhielten sich die Bahnen dann nicht, wie sich Tapete normalerweise verhält und so sieht man jetzt die Naht: Die Tapete wurde beim Trocknen größer als kleiner und überlappt jetzt.

Das finde ich kacke.
Ich bin unzufrieden.

Wenn man alleine malert, hat man ziemlich viel Zeit zum Nachdenken.

Während ich also Tapete abriss, den Tiefengrund trocknen ließ, hatte ich Zeit über das Bloggen nachzudenken. Über das Bloggen denke ich zurzeit ziemlich viel nach.

Ich brauch einen Blog. Ich mach das jetzt schon viel zu lange, um keinen mehr haben zu könne. Aber ich brauche all das Schi-Schi nicht, was man meint, ein Blog haben zu müssen.

Ich wollte mit Kirby, einem sehr minimalistischen CMS durchstarten, aber kriegte zwei Wochen lang den RSS-Feed nicht zum laufen.

Ohne RSS-Feed?
Ohne mich!

Meine Gedanken gingen also samstags ziemlich hin und her. Sie wechselten sich tatsächlich ab zwischen „Ja zum Blog“ und „Nein zum Blog“. Es kann nicht schaden einen zu haben und es kann nicht schaden keinen zu haben.

Zu einer Entscheidung bin ich nicht gekommen.

Ich habe mit einem Klick aber WordPress wieder installiert, auch wenn die Software zu viel Schi-Schi mitliefert und zu zuviel Schi-Schi verleitet. Aber WordPress liefert Kommentarfunktion und einen Feed mit, ohne Fremdservice und Co.

Aber ein einfaches klassisches Blogdesign suche ich immer noch vergebens. Die meisten sind diese typischen Lifestyleblog-Themes, die zwar gut aussehen, aber viel Schi-Schi einem abverlangen. Darauf habe ich keine Lust. Ich habe auch keine Lust mich selbst hinzusetzen und was zu basteln.

Das finde ich kacke.
Ich bin unzufrieden.

Vielleicht war auch einfach keine gute Zeit zum Tapezieren und Nachdenken. Mein Körper wurde von einer Erkältung heimgesucht. Die, im Übrigen, auch wunderbar zu mir passt: Mir kratzt bisschen der Hals, die Nase läuft etwas, auf den Ohren ist etwas Druck, aber wirklich tatsächlich  flach legen tut diese Erkältung mich nicht. Ich bin also ein bisschen krank mit ein bisschen gesund, weil sich die Erkältung nicht entscheiden kann, auszubrechen oder nicht.

Jammern, dass ich daran sterben werde, wie ein Mann, mache ich trotzdem.

Tipps zu alle den angesprochenen Themen nehme ich dankend an.

4 Gedanken zu „Tagebuch: Samstag, 03. Februar 2018 – Beständige Unzufriedenheit“

  1. Mir geht es mit meinem Blog ähnlich. Habe ich keinen, nervt es mich, kein Ventil zu haben, wenn ich mal was loswerden will. Und wenn ich dann einen habe, fühle ich mich unter Druck gesetzt, irgendwas zu schreiben, auch wenn ich mal nichts zu sagen habe. Aber ich lande auch immer wieder beim Blog, weil es mich doch etwas weniger nervt.

    Als ich damals mit Ghost gebloggt habe, fand ich das System an sich auch super, aber ich mag Disqus als Kommentarsystem nicht so super gerne und Ghost kann keine Kommentare. Das war für mich auch irgendwann untragbar, weil ich es nicht so gerne habe, wenn ich zig verschiedene Dinge benutzen muss, nur um einen Blog zu haben. WordPress ist da wirklich am komfortabelsten, auch wenn es für einen kleinen Blog viel zu viel Krimskrams bietet.

    Gute Besserung!

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